SLOW Scardanelli Lieder Ohne Worte

by Boris Bergmann

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1.
Die Sonne glänzt, es blühen die Gefilde, Die Tage kommen blütenreich und milde, Der Abend blüht hinzu, und helle Tage gehen Vom Himmel abwärts, wo die Tag' entstehen. Das Jahr erscheint mit seinen Zeiten Wie eine Pracht, wo Feste sich verbreiten, Der Menschen Tätigkeit beginnt mit neuem Ziele, So sind die Zeichen in der Welt, der Wunder viele. mit Untertänigkeit Scardanelli d. 24 April 1839. (Der Frühling)
2.
Wenn sich das Jahr geändert, und der Schimmer Der prächtigen Natur vorüber, blühet nimmer Der Glanz der Jahreszeit, und schneller eilen Die Tage dann vorbei, die langsam auch verweilen. Der Geist des Lebens ist verschieden in den Zeiten Der lebenden Natur, verschiedne Tage breiten Das Glänzen aus, und immerneues Wesen Erscheint den Menschen recht, vorzüglich und erlesen. mit Untertänigkeit Scardanelli d. 24 Januar 1743. (Der Winter)
3.
Des Geistes Werden ist den Menschen nicht verborgen, Und wie das Leben ist, das Menschen sich gefunden, Es ist des Lebens Tag, es ist des Lebens Morgen, Wie Reichtum sind des Geistes hohe Stunden. Wie die Natur sich dazu herrlich findet, Ist, daß der Mensch nach solcher Freude schauet, Wie er dem Tage sich, dem Leben sich vertrauet, Wie er mit sich den Bund des Geistes bindet. (Des Geistes Werden...)
4.
Es kommt der neue Tag aus fernen Höhn herunter, Der Morgen der erwacht ist aus den Dämmerungen, Er lacht die Menschheit an, geschmückt und munter, von Freuden ist die Menschheit sanft durchdrungen. Ein neues Leben will der Zukunft sich enthüllen, Mit Blüten scheint, dem Zeichen froher Tage, Das große Tal, die Erde sich zu füllen, Entfernt dagegen ist zur Frühlingszeit die Klage. Mit Untertänigkeit Scardanelli d: 3ten März 1648. (Der Frühling)
5.
Die Menschen finden sich in dieser Welt zum Leben, Wie Jahre sind, wie Zeiten höher streben, So wie der Wechsel ist, ist übrig vieles Wahre, Daß Dauer kommt in die verschied'nen Jahre; Vollkommenheit vereint sich so in diesem Leben, Daß diesem sich bequemt der Menschen edles Streben.   Mit Untertänigkeit Scardanelli. 24. Mai 1748. (Der Zeitgeist)
6.
Sie, Edler! sind der Mensch, von dem das Beste sagen Nicht fälschlich ist, da jeder Mensch es kennet, Doch die Vollkommenheit enthält verschiedne Fragen, Wenn schon der Mensch es leicht bezeuget nennet. Sie aber haben dies in recht gewohntem Leben, In der Gewogenheit, von der sich Menschen ehren, Das ist den Würdigern als wie ein Gut gegeben, Da viele sich in Not und Gram verzehren. So unverlierbar dies, so geht es, hoch zu gelten, Aus der Gewogenheit; die Menschen leben nimmer Allein und schlechterdings von ihrem Schein und Schimmer, Der Mensch bezeuget dies und Weisheit geht in Welten. (Dem gnädigsten Herrn von Lebret)
7.
Du stiller Ort, der grünt mit jungem Grase, Da liegen Mann und Frau, und Kreuze stehn, Wohin hinaus geleitet Freunde gehn, Wo Fenster sind glänzend mit hellem Glase. Wenn glänzt an dir des Himmels hohe Leuchte Des Mittags, wann der Frühling dort oft weilt, Wenn geistige Wolke dort, die graue, feuchte, Wenn sanft der Tag vorbei mit Schönheit eilt! Wie still ist`s nicht an jener grauen Mauer, Wo drüber her ein Baum mit Früchten hängt; Mit schwarzen tauigen, und Laub voll Trauer, Die Früchte aber sind sehr schön gedrängt. Dort in der Kirch' ist eine dunkle Stille Und der Altar ist auch in dieser Nacht geringe, Noch sind darin einige schöne Dinge, Im Sommer aber singt auf Feldern manche Grille. Wenn einer dort Reden des Pfarrherrn hört, Indes die Schar der Freunde steht daneben, Die mit dem Toten sind, welch eignes Leben Und welcher Geist, und fromm sein ungestört. (Der Kirchhof)
8.
Wenn in die Ferne geht der Menschen wohnend Leben, Wo in die Ferne sich erglänzt die Zeit der Reben, Ist auch dabei des Sommers leer Gefilde, Der Wald erscheint mit seinem dunklen Bilde. Daß die Natur ergänzt das Bild der Zeiten, Daß die verweilt, sie schnell vorübergleiten, Ist aus Vollkommenheit, des Himmels Höhe glänzet Den Menschen dann, wie Bäume Blüt' umkränzet. Mit Untertänigkeit Scardanelli d. 24 Mai 1748 (Die Aussicht)
9.
Nicht alle Tage nennet die schönsten der, Der sich zurücksehnt unter die Freuden wo Ihn Freunde liebten wo die Menschen Über dem Jüngling mit Gunst verweilten. (Nicht alle Tage...)
10.
Die Sagen, die der Erde sich entfernen, Vom Geiste, der gewesen ist und wiederkehret, Sie kehren zu der Menschheit sich, und vieles lernen Wir aus der Zeit, die eilends sich verzehret. Die Bilder der Vergangenheit sind nicht verlassen Von der Natur, als wie die Tag' verblassen Im hohen Sommer, kehrt der Herbst zur Erde nieder, Der Geist der Schauer findet sich am Himmel wieder. In kurzer Zeit hat vieles sich geendet, Der Landmann, der am Pfluge sich gezeiget, Er siehet, wie das Jahr sich frohem Ende neiget, In solchen Bildern ist des Menschen Tag vollendet. Der Erde Rund mit Felsen ausgezieret Ist wie die Wolke nicht, die Abends sich verlieret, Es zeiget sich mit einem goldnen Tage, Und die Vollkommenheit ist ohne Klage. (Der Herbst)
11.
Die Linien des Lebens sind verschieden Wie Wege sind, und wie der Berge Grenzen. Was hier wir sind, kann dort ein Gott ergänzen Mit Harmonien und ewigem Lohn und Frieden. (An Zimmern)
12.
Den Menschen ist der Sinn ins Innere gegeben, Daß sie als anerkannt das Beßre wählen, Es gilt als Ziel, es ist das wahre Leben, Von dem sich geistiger des Lebens Jahre zählen. (Höhere Menschheit)
13.
Wenn sich das Laub auf Ebnen weit verloren, So fällt das Weiß herunter auf die Tale, Doch glänzend ist der Tag vom hohen Sonnenstrahle, Es glänzt das Fest den Städten aus den Toren.   Es ist die Ruhe der Natur, des Feldes Schweigen, Ist wie des Menschen Geistigkeit, und höher zeigen Die Unterschiede sich, daß sich zu hohem Bilde Sich zeiget die Natur, statt mit des Frühlings Milde.   Dero untertänigster Scardanelli d. 25 Dezember 1841 (Winter)

credits

released September 20, 2019

Piano, recording and editing: Boris Bergmann,
August 2019 @ Butcher’s Studio – Berlin
Mixing and mastering: Guy Sternberg, Low Swing Studio – Berlin
Cover: everydayisagoodday.net
All lyrics and titles by Friedrich Hölderlin aka Scardanelli (1770 - 1843)
Music by Boris Bergmann

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